Flexibilität und Produktivität neu definieren
MAG Powertrain lieferte dem Auftraggeber MDC ein Komplettfertigungssystem für die hoch produktive und flexible Bearbeitung von Zylinderblöcken und Zylinderköpfen.
Realisierung mit System
Das MDC Projekt stellte MAG Powertrain vor besondere, aber keineswegs unlösbare Herausforderungen.
Die Aufgabe:
Komplettlieferung, von der Ausschreibung bis zur Produktion. Im Klartext hieß dies, dass sowohl die Durchführung der kompletten Anlagenplanung als auch das Auslegen der Prozess- und Systemtechnologie bis hin zur Realisation der Anlage vor Ort von MAG Powertrain gestemmt werden musste. Immerhin ging es um ein Gesamtsystem, das aus 49 Bearbeitungszentren (19 Zylinderblock, 30 Zylinderkopf) und 5 Transfermaschinen (3 Zylinderblock, 2 Zylinderkopf) besteht. Muss man mehr über die Kompetenz von MAG Powertrain wissen als: Das Projekt wurde in 2 Jahren und 3 Monaten realisiert.
Von Alpha bis Omega
Unsere komplette Leistung im Überblick:
- Lieferung aller Bearbeitungsmaschinen (BAZ und Transfer-Maschinen)
- Simultaneous Engineering
- Anlagensimulation
- Risiko- und FMEA-Analyse
- Gesamtengineering
- Erstellen von Anfrageunterlagen und Angebotsauswertung für alle Peripheriemaschinen und die Gesamtverkettung (mit Ausnahme der Honmaschinen)
- Terminplanerstellung und Terminplanüberwachung MAG Powertrain und Peripherieumfang
- Führung des Änderungs-Managements (kommerziell und technisch)
- Durchführen eines „cost saving workshops“ unter externer Moderation
Auslegung und Anpassung mit durchdachter Flexibilität
Die Zylinderblock- und Zylinderkopfanlagen wurden als hybride Fertigungssysteme ausgelegt, um Flexibilität mit hoher Produktivität zu vereinigen. Konsequent wurden deshalb die Vor- und Rundum-Bearbeitungsprozesse auf Bearbeitungszentren des Typs XHC 241 mit Linearmotortechnik realisiert. Geometrische oder technologische Veränderungen können durch die flexible Zellenauslegung ohne großen Stillstand in der Anlage umgesetzt werden. Auch im Bereich der Ausbringung wurden Vorkehrungen für eine Typenerweiterung und Typenvariation berücksichtigt. Die mit Fertigungszellen bestückten Operationen sind je nach Ausbaugrad um zusätzliche Maschinen erweiterbar.
Das Maximum an Genauigkeit
Die Fertigbearbeitung qualitätssensibler Operationen, wie zum Beispiel Zylinderbohrungen, werden auf Transferstraßen realisiert. Nach der Bearbeitung werden die Zylinderbohrungen in einer Messstation gemessen, die Messergebnisse statistisch bewertet und Korrekturen direkt an die Steuerung der Bearbeitungsstation geleitet. In der Bearbeitungsstation wird über die Kompensationsspindel die Bearbeitungsschneide am Werkzeug so verstellt, dass ein optimales Bearbeitungsergebnis erreicht wird. Darüber hinaus werden die Bearbeitungsschneiden nach der Bearbeitung beim Zurückfahren aus den Zylinderbohrungen über die Kompensationsspindel in das Werkzeug eingefahren. Dies garantiert eine komplett rückzugsriefenfreie Bohrung.
„Intelligente“ Technik
Ein weiteres Highlight der Fertigungsanlage sind die mit Linearmotortechnik ausgestatteten XHC 241 Bearbeitungszentren. Bei linearmotorbetriebenen Bearbeitungszentren entfallen die für die herkömmlichen Linearbewegungen
verwendeten mechanischen Übertragungselemente, wie z. B. Kugelgewindetrieb, Getriebe oder Kupplungen. Dadurch ergeben sich in Verbindung mit digitalen, intelligenten Antriebsregelgeräten deutliche Vorteile:
- Hohes Beschleunigungsvermögen bei gleichzeitig hoher Kontur- und Positioniergenauigkeit, bedingt durch das Fehlen mechanischer Übertragungselemente
- Hohe Konturgenauigkeit bei hohen Bahngeschwindigkeiten durch Feininterpolation und schleppfehlerfreie, antriebsinterne Lageregelung mit Zykluszeiten < 0,5 ms
- Keine Übertragungsfehler als Folge von Umkehrspanne und Spiel im Antriebsstrang
- Hohe Geschwindigkeitsgleichförmigkeit
- Hohe Laststeifigkeiten
- Hohe Betriebszuverlässigkeit durch das Fehlen verschleißbehafteter Bauteile, d. h. wartungsfreier Betrieb
- Erhöhung der Oberflächenqualität durch geringe Kraftwelligkeit
Permanente Qualitätssicherung
Alle für den Prozessablauf relevanten Fertigungsdaten werden permanent direkt aus den Maschinen gelesen und zur Auswertung in ein eigenes DC/MDC-Datenbanksystem geleitet, indem die Daten erfasst und ausgewertet
werden. Dadurch können Stillstandszeiten überwacht und auf die Maschine zurückgeführt werden. Der positive Effekt: Die Maschinenverfügbarkeit kann über die Prozessoptimierung nochmals gesteigert werden.